= Newcastle =
[c] Römische Siedlung [c]
Die Geschichte von Newcastle geht zurück bis 120 n.Chr., als die Römer an dieser Stelle die erste Brücke über den Fluss Tyne errichteten. Die Brücke hatte den Namen Pons Aelius oder Aelius' Brücke, Aelius war der Familienname des römischen Kaisers Hadrian, der verantwortlich war für die Errichtung des römischen Walls quer durch Nordengland entlang der Tyne-Solway Lücke. Hadrian's Wall führte durch das heutige Newcastle mit Abschnitten aus Mauer und Türmen, sichtbar von der West Strasse und vom Tempel in Benwell. Überreste eines Meilenkastells wurden an der Westgate Strasse gefunden, zwischen der Clayton Strasse und Grainger Strasse und es ist wahrscheinlich, dass die Mauer entlang der heutigen Westgate Strasse verlief. Der Verlauf der Mauer kann nach Osten hin verfolgt werden zum römischen Fort Segedunum bei Wallsend, mit dem Fort Arbeia flussabwärts am Südufer, dem heutigen South-Shields. Damals war due Tyne flacher und breiter an dem Ort und es wird angenommen dass die Brücke eine Länge von 210m hatte und aus Holz bestand, gestützt von steinernen Pfeilern. Es ist wahrscheinlich dass sie in der Nähe der heutigen Swing-Bridge stand, da bei deren errichtung römische Artefakte gefunden wurden. Hadrian landete selbst im Jahr 122 an dieser Stelle. In 123 wurde der fertigstelleten Brücke durch die VI. Legion ein Schrein mit zwei Altaren für Neptun respektiv Oceanus hinzugefügt. Beide Altäre wurden im Fluss gefunden und können im lokalen Museum besichtigt werden.
Die Römer bauten um 150 n.Chr. ein steinernes For um den Flussübergang am Fusse des Tyne Gorge zu bewachen und in der Folge wurde der Felsen zusammen mit der Brücke und der Siedlung als 'Pons Aelius' bekannt. Das Fort lag auf einem felsigen Vorsprung die neue Brücke überblickend auf der Seite des heutigen Donjon. Pons Aelius wurde zuletzt um 400 n.Chr in einem rämischen Dokument erwähnt welches alle römischen Aussenposten auflistet. Es ist wahrscheinlich, dass es im Schutz des Forts einen kleinen Weiler oder Dörfchen gab. Unglücklicherweise konnten keine Gebäude gefunden werden; nur ein paar Pflastersteine. Es wird angenomment, dass es in der Nähe des Clavering Platz, hinter dem Hauptbahnhof, einen römischen Friedhof gab, da eine Anzahl römischer Särge dort gefunden wurde.
Weniger als 50 Jahre später endete das römische West-Reich. Die römischen Truppen, welche auf der Mauer und in Pons Aelius stationiert ware wurden zurückbeordert.
Es sollte angemerkt werden, dass trotz der Brücke die Siedlung Pons Aelius unter den nördlichen römischen Siedlungen nicht besonders wichtig war. Die wichtigsten Stationen waren jene entlang der Schnellstrasse Dere Street von Eboracum (York) nach Corstopitum (Corbridge) und weiter in das Gebiet nördlich der Mauer. Corstopitum, ein wichtiges Arsenal und Versorgunszentrum, war viel grösser und hatte mehr Bevölkerung als Pons Aelius.
[c] Anglo-Saxische Entwicklung [c]
Die Anglen erreichten Nord-Ost England um etwa 500 und sind möglicherweise am Tyne an Land gegangen. Es gibt keine Beweise für eine angelsächsische Siedlung auf oder in der Nähe von Pons Aelius während der angelsächsischen Zeit. Die Brücke existierte wahrscheinlich immer noch und es könnte ein kleines Dorf am Nordende gegeben haben, aber keinerlei Zeugnisse wurden gefunden. Zu dieser Zeit wurde die Gegend von zwei Königreichen dominiert: Bernicia nördlich der Tees wurde von Bamburgh aus regiert und Deira sudlich davon von York. Im frühen 7. Jahrundert schlossen sich Bernicia und Deira zusammen und formten das Königreich Nordumbrien. Es gab drei lokale Könige welche den Titel Bretwalda - 'Herrscher über Britanien' - führten: Edwin von Deira (627–632), Oswald von Bernicia (633–641) und Oswy von Nordumbrien (641–658). Das 7. Jahrhundert wurde bekannt als das Gordene Zeitalter Nordumbriens, als die Gegend Vorreiter in Sachen Kultur und Bildung war. Die Grösse dieser Periode liegt in der allgemeinen christlichen Kultur verankert und führte neben anderen Schätzen zum Lindisfarne Evangelium. Die Täler der Tyne und Wear waren gesäumt mit Klöstern, von denen Monkwearmouth, Hexham und Jarrow die bekanntesten waren. Bede, der in Jarrow lebte, schrieb von einem königlichen Anwesen, bekannt als Add Murum (an der Mauer), 19 km von der Küste entfernt. Man glaubt, dass dieses Anwesen auf dem Gebiet des heutigen Newcastle lag. Zu einer unbekannten Zeit wurde der Ort von Newcastle als Monkchester bekannt. Der Grund für diese Bezeichnung ist unbekannt und es gibt keine Anzeichen für irgendwelche speziellen Klöster an dem Ort und Bede verwendete diesen Namen nicht. In 875 führte Halfdan Ragnarsson, ein dänischer Wikinger Eroberer aus York, eine Armee, welche mehrere Klöster in dem Gebiet plünderte und es wird angenommen, dass zur selben Zeit auch Monkchester geplündert wurde. Bis zur Ankunft der Normannen wurde nicht mehr viel davon gehört.
[c] Zeit der Normannen [c]
Bald nach der Ankunft von William dem Eroberer in England um 1066 war ganz England unter Normannischer Herrschaft. Aber in Nordumbrien gab es grossen Widerstand gegen die Normannen und in 1069 wurde der neu ernannte Normannische Graf von Nordumbrien, Robert von Comines, und 700 seiner Männer von der lokalen Bevölkerung bei Durham umgebracht. Die Nordubrien marschierten daraufhin nach York, aber William konnte den Aufstand unterdrücken. Im selben Jahr kam es zu einem zweiten Aufstand, als eine Dänische Flotte bei Humber landete. Die Nordubrien griffen erneut York an und zerstörten die dortige Garnison. William unterdrückte den Aufstand erneut, aber dieses Mal nahm er Rache. Er verwüstete die gesamten Midlands und das Gebiet von York bis zur Tees. In 1080 wurde der Normanische Bischof von Durham, William Walcher, zusammen mit seinem Gefolge in Gateshead masakriert. Dieses Mal verwüstete Odo, Bischof von Bayeux und William's Halbbruder, das Land zwischen Tees und Tweed. Dies wurde bekannt als 'Das Grauen des Nordens'. Die Zerstörung ist auch im Domesday Buch belegt. Die Verwüstung war so verheerend, dass der Norden bis in Tudor Zeiten oder auch bis zur Industriellen Revolution verarmt und rückständig blieb. Newcastle litt in dieser Hinsicht wie der restlche Norden.
Im Jahr 1080 sante William seinen ältesten Sohn, Robert Curthose, gen Norden, um das Königreich gegen die Schotten zu verteidigen. Nach seinem Feldzug, zog er nach Monkchester und begann mit der Errichtung des 'New Castle'. Die Konstruktion war von der Art "Burghügel und Burghof" mit einem Holzturm auf einer irdenen Aufschüttung (Burghügel), umgeben mit einem Graben und einer Holzpalisade (Burghof). Es war diese Burg, welche der Stadt den Namen gab. Im Jahr 1095 erhob sich der Graf von Nordumbrien, Robert von Mowbray, gegen den König, William Rufus und Rufus entsante ein Heer nach Norden, um die Burg zurück zu erobern. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Burg königlicher Besitz und war ein wichtiger Stützpunkt, von wo aus der König die nördlichen Barone unter Kontrolle behielt. Die Grafschaft Nordumbrien wurde abgeschafft und ein Sheriff wurde stattdessen eingesetzt um das Land zu verwalten. Im Jahr 1091 wurde die Kirche St. Nicholas an der Stelle der heutigen Anglicanischen Kathedrale in der Nähe des Burhofs geweiht. Man glaubt, dass die Kirche aus Holz war auf einem Fundament aus Stein.
Heute existiert keine Spur mehr vom Burghügel oder der Umzäunung. Henry II. ersetzte sie mit einem rechteckigen steinernen Wohnturm, welche zwischen 1172 und 1177 zu Kosten von £1'444 gebaut wurde. Eine Steinmauer in der Form eines Dreiecks ersetzte die bisherige hölzerne Palisade. Das grosse Aussentor zur Burg, das 'Schwarze Tor' genannt, wurde später, zwischen 1247 und 1250 von Henry III. errichtet. Zu dieser Zeit gab es keine Stadtmauer und die Stadtbewohner mussten sich im den Burghof in sicherheit bringen, wenn die Schotten angriffen. Es ist wahrscheinlich, dass die neue Burg magnetisch für lokale Händler wirkte aufgrund der gewährleisteten Sicherheit. Dies wirderum förderte und erweiterte den Handel in der Stadt. Zu dieser Zeit wurden Wolle, Häute und Blei exportiert, während Alaune, Pfeffer und Ingwer von Frankreich und Flandern importiert wurde.
[c] Mittelalter [c]
Während des Mittelalters war Newcastle Englands nördliche Festung, das Zentrum für die versammelten Armeen. Der Genzkrieg mit Schottland dauerte mit Unterbrechungen mehrere Jahrhunderte - möglicherweise der längste ausgetragene Grenzkrieg. Während des Bürgerkriegs zwischen Stephen und Matilda, Cumbria und Nordumbrialand wurde David I. bzw. seinem Sohn gewährt, so dass für die Zeit zwischen 1139 bis 1157, Newcastle in Schottischen Händen war. Man glaubt, dass während dieser Zeit König David die Kirche St. Andrew und das Benediktinische Nonnenkloster in Newcastle bauen liess. Aber König Stephan's Nachfolger, Henry II. war stark genug um die Grafschaft Nordumbrian von Malcolm IV. zurückzuerobern.
Der Schottische König William der Löwe war in 1174 in Newcastle eingekerkert, nachdem er un der Schlacht von Alnwick gefangen wurde.  Edward I. brachte den Stein von Scone und William Wallace nach Süden via Newcastle und die Stadt wurde während des 14. Jahrhunderts dreimal erfolgreich gegen die Schotten verteidigt.
Um 1200 begannen gemauerte und mit Ton gefüllte Landungplätze in den Fluss zu ragen, ein Anzeichen für den anziehenden Handel in Newcastle. Da sidch der Zustand der römischen Strassen verschlechterte gewannen die Resise routen über das Meer an Bedeutung. Um 1275 war Newcastle bereits der sechst grösste wollexportierende Hafen in England. Die Hauptexport-Güter zu dieser Zeit waren Wolle, Holz, Kohle, Mühlsteine, Milchprodukte, Fisch, Salz und Häute. Viel Handel wurde mit den Baltischen Staaten und Deutschland betrieben. Die meisten Händler in Newcastel waren in der Nähe des Flusses unterhalb der Burg angesiedelt. Die älteste bekannte Satzung datiert auf 1175, während der Regenschaft von Henry II., welche der Stadtbevölkerung mehr Kontrolle über ihre Stadt verleiht. Im Jahr 1216 gewährte König John der Stadt einen Bürgermeister und die Formierung von Gilden (als Mysteries bekannt). Dies waren Kartelle innerhalb der verscheidenen Gewerbe, welche den Handel auf Gildenmitglieder einschränkte. Zu Beginn gab es 12 Gilden. Kohle wurde von Newcastle seit 1250 exportiert und bis 1350 hatte die Bürgerschaft eine königliche Lizen für den Export von Kohle erhalten. Diese Lizenz wurde eifersüchtig von den Bürgern verteidigt und sie versuchten jedweden an der Tyne zu hindern Kohle zu exportieren ausser über Newcastle. Dies führte zu Konflikten mit Gateshead und South-Shields.
Im Jahr 1265 erhitl the Stadt die Erlaubnis eine Mauersteuer zu erheben, um für den Bau einer befestigten Mauer, welche die Stadt ubibt und von Schottischen Übergriffen schützt, zu errichten. Die Stadtmauern wurden erst im frühen 14. Jahrhundert fertiggestellt. Sie waren 3km lan, 2.7m dick und 7.6m hoch. Es gab sechs Haupttore sowie einige kleinere Pforten und 17 Türme. Das Gebiet innerhalb der Mauern wurde fast zu gleichen Teilen von der Lort Brun geteilt, welche südwärts floss und östlich der Burg in die Tyne mündet. Die Stadt begann im Norden der Burg und westlich der Lort Burn zu wachsen mit verschieden Märkten welche innerhalb der Mauern angelegt wurden.
Im Jahr 1400 erliess Henry IV eine neue Satzung, welche einen Landkreis schuf, der die Stadt jedoch nicht die Burg, vom Kreis Nordumbrialand trennte und als eigenständigen Kreis mit dem Recht auf einen eigenen Sheriff anerkannte. Den Bürgern war es nun erlaubt einen Ältestenrat mit sechs Sitzen zu wählen, der zusammen mit dem Bürgermeister als Friedensrichter fungierte. Dem Bürgermeister und Sheriff war es erlaubt in den Gilden ein Bezirksgericht abzuhalten.
[https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_Newcastle_upon_Tyne, 2016-08-01]