= Die Kogge =
Dieser Schiffstyp enstand höchstwahrscheinlich aus dem als Coga oder Coggo bezeichneten friesischen Wattenschiff. Er kam im 8. Jahrhundert in die Ostsee und wurde bis zur Jahrtausendwnde zum Kielschiff weiterentwickelt. Eine Eigenart der Bauform hat die Kogge aus ihrer Wattenschiffzeit beibehalten: der flache Schiffsboden mit dem typischen Knick am Übergang vom Kiel zum Steven. Abbildungen hiervon finden sich bereits auf der Haithabu-Münzen aus dem 9. Jahrhundert. Auch bei jüngeren Schiffsfunden ist dies nachweisbar. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass es im Schiffsbau in der Ostsee zu Anpassungen der Bauform kam, da die Notwendigkeit des Flachen Schiffsbodens aufgrund nicht vorhandener Wattgebiete im Ostseeraum nicht bestand.
Die Kogge war ein klinkergebautes Schiff mit nur einem Mast. Dieser wurde vorne von einem starken Stag gesichert. An den Seiten und nach hinten gaben ihm Waten die Notwendige Stabilität. Der Mast wurde mit einem grossen rechteckigen Rahsegel betucht. Die Rah wurde mit einer Art Tauschlinge, der Rack, an Mast vertaut.
Die Koggen waren üblicherweise mit Beibooten versehen. Aufgund von Verbesserungen im Schiffsbau wurde die Kogge seetüchtiger und wendiger. Zu den Veränderungen zählen geschlossene Decks, unterteilte Ladebuchten und verbesserte Besatzungsunterbringung.
Auf der Kogge, abgebildet im Stralsunder Sigel von 1329, ist bereits die Verkleidung unter der hinteren Kastellschanz zu sehen. Dadurch wurde das Achterdeck unter dem Kastell zum geschlossenen Raum. Das vodere Kastell ist jdeoch immer noch auf einem Balkengerüst. Die Kastelle stellten eine merkliche Verbesserung in der Verteidigungskraft und Seetüchtigkeit dar. So wurde das Oberdeck daruch vor überkommenden Wellen geschützt und Armbust und Bogenschützen konnten die Gegner aus dieser erhöhten Position besser beschiessen. Ende des 14. Jahrunderts konnte eine Kogge zwischen 40 und 120 Lasten transportieren.
Quelle: Günter Krause, Handelsschifffahrt der Hanse, 2010,  S. 133 ff.