= Die Schnigge =
In der Hanseschiffart wurde neben den grossen Kähnen auch kleinere Schiffe eingesetzt. Die Schnigge, Schnikke, Sniegge oder Snegge gehörte dazu und lässt sich bis ins 10. Jahrhunder zurückverfolgen. Sie stammt wahrschinlich aus Skandinavien. Die Schnigge ist ein kleines, wendiges und recht schnelles Segelschiff, das hauptsächlich in Küstennähe und zur Kontrolle der Häfen und deren Zufarten verwendet wurde. In kriegerischen Zeiten wurden sie auch als Auslieger und eingesetzt und mit Aufklärungsaufgaben betraut.
Von einem seitengesteuerten offenen Segelboot entwickelte sich die Schnigge zu einem manövrierfähigen Hochseesegler. Sie verfügte über einen Mast und wurde in klinkerbauweise gebaut. Die Schnigge konnte mit einem Gaffel- oder einem Schratsegel und Stagfock getackelt werden. Seit dem 15. Jahrunder wurde die Snchnigge wahrscheinlich auch mit einem Spreitgaffelsegel getakelt. Zu Beginn waren sich Schute und Schnigge annähernd gleich. Die Schnigge entwickelte sich jedoch zu einem Schnellsegler, während die Schute zu einem Kleintransporter wurde. Anfäglich konnte die Schnigge nur 2 bis 5 Lasten aufnehmen, entwickelte jedoch eine Tragfähigkeit von 30 bis 40 Lasten. Einige Städte unterhielten auch zu Friedenszeiten sogennante Ratsschniggen. Die Schniggen stellten einen guten Teil des hansischen Flottengeschwaders in der Form von Hilfsfahrzeugen.
Quelle: Günter Krause, Handelsschifffahrt der Hanse, 2010,  S. 146 ff.